• Hindernisse vermeiden

Hindernisse vermeiden

30.05.2018     MORRIS BREUNIG, dipl. Architekt FH, Faktor Journalisten, Zürich

Barrierefreies Wohnen – Wohnbedürfnisse verändern sich. Menschen im hohen Alter oder mit Mobilitätseinschränkungen sind auf hindernisfreie Bauten angewiesen.

Statt zu beeinträchtigen, gewähren barrierefreie Gebäude den Bewohnern ein hohes Mass an Selbstständigkeit. Neben Rollstuhlfahrern sind auch Menschen im hohen Alter oder Eltern mit Kinderwagen auf hindernisfreie Gebäude und Wohnungen angewiesen.

Gut erschlossen

Bereits beim Betreten eines Gebäudes können Schwierigkeiten auftreten. Rampe, Treppenlift, Hebebühne oder Treppenstuhl ermöglichen das Überwinden von Stufen und den Zutritt zum Gebäude. Ideal sind schwellenfreie Zugänge – was auch für Terrassen und Balkons zutrifft. Verbreiterte Türen und Durchgänge gewährleisten die Zirkulation im Gebäudeinnern. Ein rollstuhlgerechter Lift stellt zudem die Erschliessung von mehrgeschossigen Gebäuden sicher.

Darüber hinaus ist auf kurze Wege zwischen Parkplätzen und dem Hauseingang zu achten. Ein überdachter Parkplatz schützt ausserdem vor Schnee, Regen und Glatteis.

Fokus auf die Beleuchtung

Bei der Beleuchtung sollten unter anderem nachfolgende Punkte beachtet werden:

  • Im Alter nimmt das Lichtbedürfnis zu, in Wohnungen sind daher hellere Leuchten erforderlich.
  • Automatische Lichtschaltungen benötigen ausreichend lange Lichtintervalle.
  • Auch beim Hauseingang und im Treppenhaus verleiht eine gute Beleuchtung Sicherheit.
  • Lichtschalter sollten sich bei Türen und neben dem Bett befinden.
  • Steckdosen und Lichtschalter in gut erreichbarer Höhe platzieren.

Badezimmer anpassen

Badewannen stellen mit ihrer Einstiegshöhe eine schwer zu überwindende Hürde dar. Der Wechsel von Badewanne zur bodenebenen Dusche sollte deshalb eine ernsthafte Option darstellen. Alternativ kann auch die Installation eines Badewannensitzes- oder -lifts in Erwägung gezogen werden. Ein Gleitschutz gibt zudem Halt beim Betreten der Badewanne, und Klappsessel sowie Haltegriffe ermöglichen dem Bewohner das selbstständige Waschen in der Dusche. Um die Toilette herum bedarf es ebenfalls gut erreichbarer Haltegriffe und an ausreichender Fläche zur Bewegung des Rollstuhls.

Funktionalität meets Design

Funktionale Badelemente des barrierefreien Bauens folgen auch ästhetischen Ansprüchen. Den Bewohnern ermöglichen sie damit eine hohe Gestaltungsfreiheit und erzeugen Wohlbefinden. Durch ein breites Materialsortiment aus matt geschliffenem Edelstahl, hochglänzendem Chrom, hochwertigem Polyamid oder satiniertem Glas können die Elemente nach Belieben miteinander kombiniert werden. Damit fügen sie sich ideal in das Gestaltungskonzept des Badezimmers ein.

Assistenzsysteme für altersgerechtes Wohnen

Der Smart-Home-Trend begünstigt altersgerechtes Wohnen. Ambient- Assisted-Living-Systems (AAL) können ältere Menschen in bestimmten Lebenssituationen unterstützen und damit deren Sicherheit sowie Komfort erhöhen. Befinden sich Bewohner in einer kritischen Situation, verständigen die Systeme den Notruf. Indem AAL-Systeme die Unabhängigkeit in den eigenen Wänden erhalten oder die Teilnahme am sozialen Leben ermöglichen, erhöhen sie die Lebensqualität der Bewohner beträchtlich.

Rollstuhlgerecht an öffentliche Orte

Neben dem Eigenheim kann es auch an öffentlichen Orten zu Beeinträchtigungen kommen. «Wheelmap » richtet sich an Rollstuhlfahrer und Menschen mit anderen Mobilitätseinschränkungen. Die Plattform verzeichnet rollstuhlgerechte Orte wie Cafés, Bibliotheken oder Schwimmbäder, die weltweit erfasst sind. Die Zugänglichkeit wird anhand von Ampelfarben veranschaulicht. Weil die Karte auf OpenStreet- Map basiert (für alle frei verwendbar), kann sie von registrierten Nutzern auch um neue Orte oder Bewertungen ergänzt werden. Die Aussagekraft erhöht sich damit beträchtlich. Hochgeladene Fotos erweitern den Informationsgehalt zusätzlich.